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wagners-web.at REISEBERICHT DUBROVNIK(HR)

Ein verlängertes Wochenende in Dubrovnik/Kroatien – ca.2000 Kilometer

Abfahrt am 3. Oktober 2013, wir fahren durch Slowenien, aber nicht auf der Autobahn, 15 €/7 Tage für die Vignette, nein danke.

Jetzt zu dieser Jahreszeit (Anfang Oktober) ist wenig Verkehr, deshalb fahren wir über Mureck/Ö nach Lenart/SLO, weiter über Ptuj auf der Bundesstraße zum kroatischen Grenzübergang.
Wir fahren auf einer fantastischen und wenig befahrenen Autobahn A1 zügig Richtung Süden. Nahe der Plitwitzer Seen plötzlich starker Nebel, wir wollten doch Sonne, wo ist sie nur?
Nahe Zadar haben wir sie gefunden, wir übernachten auf dem Campingplatz Adriatiq in der Nähe von Primosten (25/04 bis 01/11 geöffnet). Auch am 4. Oktober gibt es Sonne pur an der kroatischen Küste.

Ab Ploce (Stand Okt. 2013) fährt man auf der alten Bundesstraße, es gibt einige Schlaglöcher, es ruckelt sehr stark und es gibt kein Bankett sowie keine Leitplanken. Man kommt hier durch das Neretve-Delta an den Bacina Seen vorbei.
Um nach Dubrovnik zu kommen, muß man durch den Neum-Korridor in Bosnien/Herzegowina fahren, denn für knapp 9 km ist Kroatien hier unterbrochen.
Im südlichen Teil Kroatiens hat der Ausbau der Autobahn leider noch nicht begonnen, sodaß man weiterhin auf der Bundesstraße unterwegs ist.
Die Abhänge an der Küstenstraße sind mit Oleander, Säulenzypressen, Oliven, Feigen und Zitronen bewachsen, drunten glitzert türkisblaues Meer mit weißen Schaumkrönchen. Einfach herrlich!!

Ankunft in Dubrovnik, nun heißt es sich durch das Straßengewirr Richtung Camping Solitudo zu wühlen. Der Campingplatz Solitudo liegt ca. 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ruhiger Platz, gegenüber der Franjo Tudman-Brücke auf der Halbinsel Babin Kuk. Sauber und gepflegt, aber in der Nachsaison keine Restmüll-Container. Feiner Kiesestrand über eine kurvige Straße in ca. 300 Meter zu erreichen, trotz Hafennähe sehr sauberes Wasser.
Die Buslinie 6 (Babin Kuk) ist ca. 500 m entfernt, man braucht ca. 15 Minuten ins Stadtzentrum von Dubrovnik. Im Bus kostet ein Ticket 15 Kn, beim Zeitungskiosk 12 Kn. Das Ticket hat eine Geltungsdauer von 59 Minuten ab dem Entwerten.

Die im 7. Jhdt als Ragusa gegründete Hafenstadt Dubrovnik ist UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr außergewöhnliches historisches Ambiente und ihre besondere Atmosphäre machen Dubrovnik zu einem 'Paradies auf Erden'.

Unsere Stadtbesichtigung beginnt beim Pile-Tor (Gradska vrata Pile). Das West-Tor der Stadtmauer von Dubrovnik wurde in seiner heutigen Form 1538 fertig gestellt. Das Tor erreicht man über eine Zugbrücke, in einer verzierten Nische wacht eine Figur des heiligen Blasius (Schutzpatron von Dubrovnik)

Einst zierten den Großen Onofrio-Brunnen (Velika Onofrijeva fontana) 16 Wasserspeier, heute präsentiert sich der Brunnen hinter dem Pile-Tor eher schlicht. Das Erdbeben von 1667 beraubte ihn seines Schmucks und Prunks.

Der Stradun ('Große Straße') die aus hellem Marmor bestehende Hauptstraße in der Altstadt von Dubrovnik. Sie entstand am Ende des 11.Jhdt durch Zuschütten der seichten Meerenge, welche die ehemaligen Stadtteile trennte. Der Stradun oder auch Placa wird gesäumt von zwei Reihen gleich hoher Barockhäuser mit einheitlichen Hausfronten. Heute ist der Stradun eine belebte Flanier- und Shoppingmeile. Besonders beeindruckend sind die Steinplatten der Placa, die Steinplatten sind glatt poliert und wirken wie eine spiegelnde Wasserfläche. Der Stradun führt zur Placa Luza, auf der sich der Glockenturm befindet. Daneben befindet sich die Kirche St. Blasius.

Am südlichen Ende der Placa steht der 31 Meter hohe Glockenturm (Gradski zvonik) mit seiner imposanten Uhr, die zu jeder vollen Stunde zwei Menschenfiguren ('zelenci') zeigt. Der Glockenturm wurde 1446 erbaut und 1929 umfassend restauriert, seine Glocken riefen die Räte der ehemaligen Stadtrepublik zu ihren Versammlungen und warnten die Bevölkerung Dubrovniks bei Gefahren.

Der Ratspalast (Zgrada Glavne straze) wurde 1863/64 im neogotischen Stil der lombardischen Neu-Renaissance erbaut – unter Federführung der damaligen österreichischen Herrscher. Noch heute ist hier das Rathaus der Stadt untergebracht.

Der durch die Festungen Revelin und Sv. Ivan gut geschützte 'Alte Hafen' (Gradska luka) von Dubrovnik liegt an der Ostseite der Altstadt. In den Bars und Restaurants lässt es sich herrlich in der Sonne sitzen und das Kommen und Gehen der kleinen Fischerboote beobachten.

Wir streunen treppauf treppab quer durch das Gewirr an Straßen und Plätzen. Hinterhöfe, Weinlauben, nichts ist vor unseren neugierigen Schritten sicher und so finden wir auch viele Eckchen, wo gerade keine anderen Touristen unterwegs sind. Dubrovnik privat sozusagen.

Der Marktplatz westlich der Kathedrale verdankt seinen Namen dem Dichter Ivan Gundulic. Sein bronzenes Standbild steht seit 1892 in der Mitte des Platzes zwischen den Gemüse- und Obstständen, die vormittags auf dem Platz ihre frischen Waren anbieten.

Dann besteigen wir die 2 Kilometer lange mittelalterliche weltberühmte Stadtmauer. Sie ragt bis zu 22 Metern Höhe empor, auf der Landseite 4 bis 6 Meter stark, zur Seeseite hin 1,5 bis 3 Meter. Der Mauerring mit 4 imposanten Festungstürmen ermöglicht Besuchern einen Rundgang um den gesamten historischen Stadtkern. Die Umrundung auf der Mauer schlägt sich mit 12 € pro Person auf das Konto des Touristen, es werden keine € akzeptiert, zu zahlen bar in Kuna oder 'credit cards'. Hoch über den Dächern der atemberaubenden Stadt Dubrovnik gewinnt man ganz neue Einblicke in das Gassengewirr.

Der nordwestliche mächtige Rundturm Minceta (Tvrdava Minceta) der Stadtmauer ist der höchste Punkt der Stadt. 1464 fertig gestellt, bietet der Minceta-Turm einen wundervollen Rundblick - auf den Berg Srd (JAAA, der Berg heißt wirklich so, und NEIN, es fehlt kein Buchstabe) über die ganze Altstadt und bis zur Insel Lokrum.

Die Bokar Festung wurde zur Verteidigung der Stadt vom Meer her errichtet (1464). Bokar ist ein Doppelbollwerk mit zylindrischen Umfang. Heute finden hier Vorstellungen der Sommerspiele von Dubrovnik statt.

Der St. Margareten Turm ist der südlichste Punkt der Dubrovniker Stadtmauer mit traumhaftem Blick auf das Meer.

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt, in der gegenwärtigen Form gibt es sie seit dem 13. Jhdt, der ursprüngliche Dom wurde bei einem Erdbeben zerstört.

Bunte Wäsche vor den Fenstern, wuchernde Pflanzen, und viele weitere lohnenswerte Fotomotive sind an jeder Ecke und in jedem Winkel zu finden.

Das Ploce-Tor (Vrata od Ploca) ist das östliche Gegenstück des Pile-Tors und ist auch √§hnlich gestaltet, vor dem Doppel-Tor aus innerem und äußerem Bogen führt eine Zugbrücke in die Stadt.

Die Festung des heiligen Johannes liegt auf einer Landzunge am östlichsten Punkt der Altstadt, nah beim Alten Hafen, für dessen Verteidigung man sie einst erbaute. Heute ist hier das Schifffahrtsmuseum untergebracht. Im Erdgeschoss befindet sich das Dubrovniker Aquarium.

Die Festung Lovrijenac, welche auf dem vorgelagerten, mit Pinien bewaldeten 37 Meter hohen Felsen steht, ist ein allein stehender Turm, von großer Bedeutung für die Abwehr des westlichen Stadtteiles.

Dubrovnik hat schwere Zeiten hinter sich, die Stadt wurde von den Serben während der Belagerung schwer beschädigt, zahlreiche zivile Ziele wurden bombardiert im Juni 1991. Bei den Angriffen der Serbischen Volksarmee wurde unter anderem der Sponzapalast, das Dominikaner- und das Franziskanerkloster, eine der ältesten Synagogen, eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, der katholische Bischofssitz, die katholische Stadtkirche des Sv. Vlaho, die Stadtmauer und viele weitere historische Gebäude beschädigt. Insgesamt wurden 11.425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Heute sieht man noch ausgebombte Ruinen, die sich die Natur mittlerweile zurückholt. Die Spuren des Krieges sind meist nur noch an der etwas kräftigeren roten Farbe neuer Dachziegel und Schornsteine abzulesen.

Nach 4 Tagen in der Dalmatinischen Stadt Dubrovnik war dieser Urlaub leider auch schon wieder vorbei, eine Schlechtwetterfront erfasste die Kroatische Küste und so machten wir uns bei Starkregen auf den Weg nach Hause, schade!

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