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Sardinien per Flug und Leihwagen

 

Der Gewinn (facebook: Last Minute Monday) verbilligter Flüge bei Fly Niki (hin und retour um 179,96 Euro statt um 846 Euro für 2 Personen) nach Cagliari auf Sardinien hat uns eine wunderbare Urlaubswoche beschert.

Vom 2. 9. bis 7. 9. 2011 fahren wir mit dem Mietwagen - Fiat Panda - 248,58 Euro) durch Sardinien. Das Auto mit dem Kennzeichen EJ311PC bringt uns 1105 km durch Sardinien.
Wir hatten keine Unterkunft gebucht, da es um diese Jahreszeit leicht ist einen Schlafplatz zu finden.
Unterkunftskosten zwischen 22 Euro pro Person und 85 Euro pro Doppelzimmer, vom Ostello, bis Bed & Breakfast, Zimmer am Campingplatz, Albergho bzw. Hotel.

 

Das Gepäck ins Auto, den Reiseführer griffbereit und das Navi startklar, die Straßenkarte auf dem Schoß der Beifahrerin. Sardinien wir sind da! Los geht's! Wir starten unsere Tour im Süden.


Iglesias, das historische, über 700 Jahre alte Zentrum ist zum Teil noch von antiken Festungsmauern umgeben. Charmante Palazzi aus dem 18. und 19. Jhdt. rahmen die Plätze der historischen Altstadt ein. Als Sardinien 1324 an die Aragonier kam, nahm der Ort den heutigen spanischen Namen an (spanisch Iglesia(s) - deutsch Kirche(n).


Buggerru ist eine Stadt in der Provinz 'Carbonia-Iglesias' an der Küste, super gute Küche im Restaurant Stella Maris im Hafen. Wir nächtigen im Ostello Henry im Stockbett.


Sa Genti Arrubia (das rote Volk), die Flamingos mit ihren hohen, dünnen Beinen und langem Hals bevorzugen flache Gewässer und Lagunenseen z. B. bei Cabras am Stagno di Cabras, 2200 ha groß. Seit 1993 brüten sie regelmäßig auf der Insel.


Wir hätten uns sehr gerne Tharros auf der Peninsola di Sinis angesehen, doch leider hatten wir mal wieder die Wagner-Wolke im Gepäck, Starkregen verfolgte uns den ganzen Tag.


Auf unserer Fahrt Richtung Osten kommen wir am verlassenen Bergdorf Gairo Vecchio vorbei. Die alten Häuser der Geisterstadt Gairo Vecchio lassen noch Einblicke in die sardische Bauweise zu. Die Stadt wurde nach einem Erdrutsch im Jahr 1951 verlassen. Scheinbar, wie man an unserem Foto erkennen kann, wohnt noch wer da, zumindest wird hier noch Gemüse angebaut.


Im Landesinneren wollten wir auch noch das Bergdorf Aritzo besuchen, was aber der starke Regen verhinderte.


Spät nachmittags kommen wir in Barumini an, Besichtigung vom Castellu de Murmilla (Vulkankegelberg) sagenhafter Aussichtspunkt, sowie Su Nuraxi, die am besten erhaltene Nuraghen Siedlung von Sardinien. 'Nuraghe' heißt frei übersetzt 'prähistorischer Turmbau'. Wurde 1949 durch einen Erdrutsch entdeckt. Zentraler Mittelpunkt des Geschehens ist der 15 m hohe, auf einer Anhöhe trohnende Nuraghe (Turm), von einer Mauer mit 4 Türmen umgeben, die wiederum von 9 Turmbauten umgeben sind (Mauerstärke des Innenbereiches knapp 10 m). Ein besonderes Merkmal des zentralen Rundturms waren die Räume mit Gewölben, oft zwei bis drei übereinander und durch schmale Treppen miteinander verbunden. Leider ist heute nur noch das erste Gewölbe erhalten. Im äußeren Bereich finden sich dann die Fundamentreste von etwa 150, zumeist kreisrunden Hütten, die das Dorf darstellten. Wir wohnen nahe der Ausgrabungsstätte im Hotel Su Nuraxi.


Weiter zur Ostküste nach Arbatax, mit seinen Rocce Rosso, den roten Felsen. Eine porphyrrote Klippe am Capo Bellavista. Der Name des Ortes Arbatax kommt aus dem Arabischen und heißt angeblich der '14. Turm', die Wahrzeichen der Insel, die man entlang der Küste zahlreich findet, und eine Verteidigungskette gegen Eroberer bildeten.

Einige Strände an der Küste warten auf uns, unter anderem Muravera und Villasimius. Wir schlafen im Albergho Corallo in Muravera.


Die beiden letzten Tage verbringen wir in Sardiniens Hauptstadt Cagliari, wir wohnen im Hotel Italia (nur 10 Gehminuten vom Busterminal entfernt).


Vor Rückgabe des Mietwagens suchen wir eine Waschstraße, das war ein sehr schwieriges Unternehmen. Bei einigen Tankstellen gibt es keine Waschstraße, manche haben schon Vormerkungen, manche machen Mittagspause. Schließlich finden wir doch noch ein Autolavaggio in Selbstbedienung, Saugen - 1.50 Euro, dann wollen wir dem Auto was gutes tun, 7 Euro-Wäsche, hat leider nicht geklappt, Geld futsch, bei der 5 Euro-Wäsche hat's endlich geklappt. So können wir das Auto doch noch rechtzeitig vor 15 Uhr zurückgeben.
Vom Flughafen Elmas geht es dann mit dem Bus (5 euro pro Person, im Vorverkauf 4 Euro) zurück nach Cagliari.


Cagliari (sardisch: Casteddu) ist die größte Stadt und Hauptstadt der Autonomen Region Sardinien in der Provinz Cagliari. Die Stadt selbst hat 156.488 EW (Stand 2010), mit der Umgebung etwa 470.000, und liegt im Süden der Insel, am Ufer des gleichnamigen Golfes.


Zum Stadtplan von Cagliari » »
 

Die Altstadt von Cagliari wird Castello genannt und befindet sich auf einer Hügelspitze, von der aus man den gesamten Golf von Cagliari überblicken kann.

Karalis (oder Kalares) war eine ehemalige phönizische Kolonie, welche später zum Karthagischen Reich gehörte, in Folge des Ersten Punischen Krieges allerdings unter die Herrschaft der Römer geriet (lat. Caralis). Im 2. Punischen Krieg war die Stadt Sitz eines Praetors und wichtigster römischer Flottenstützpunkt auf Sardinien. Später empfingen die Einwohner das römische Bürgerrecht. Im 4. Jhdt. war die Stadt Bischofssitz von Lucifer von Calaris. Mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches fiel Cagliari in die Hand der Vandalen. Danach kam es zum Kaiserreich Byzanz. Nachdem im 9. Jhdt. die byzantinische Herrschaft über die Insel nachließ gab es eine Phase der Unabhängigkeit, die Stadt wurde allerdings von ihren Bürgern verlassen. Mit dem Erstarken der italienischen Seerepubliken konkurrierten Pisa und Genua um die Oberhoheit über Sardinien. Pisa brachte Cagliari unter seine Herrschaft. Im 14. Jhdt. kam das pisanische Gebiet Sardiniens unter die Herrschaft Aragons, später im 17. Jhdt. unter spanische.


Nachdem das Königreich Sardinien für kurze Zeit von den spanischen an die österreichischen Habsburger gegangen war, kam es 1718 unter das Haus Savoyen, das das Königreich Sardinien-Piemont etablierte. Damit gehört es seit 1861 zu Italien.

Der Dom zu Cagliari (Kathedrale Santa Maria di Castello), wurde ursprünglich im 13. Jhdt. von den Pisanern im gotisch-pisanischen Stil errichtet. Die Kirche stellt ein Konglomerat aus zahlreichen Um- und Ausbauten dar, denn bereits im 14. Jhdt. erfolgten an der Außenfront Umbauten im katalanisch-gotischen Stil. 1933 wurde sie wieder nach den alten pisanischen Plänen hergerichtet. Original erhalten sind hingegen die Portale der Seitenschiffe (links pisanisch, rechts gotisch) und der Glockenturm.


Das Anfiteatro Romano stammt aus dem 2. Jhdt. und ist mit etwa 1150 qm das größte römische Bauwerk auf Sardinien. Es wurde direkt in den Hang gebaut, die Sitzreihen sind teilweise in den Stein gehauen und boten angeblich Platz für bis zu 20.000 Besucher, das entsprach etwa der damaligen Gesamtbevölkerung Cagliaris. Der Begriff 'Amphitheater' weist darauf hin, dass die Arena mittels unterirdischer Kanäle unter Wasser gesetzt werden konnte, um - neben Tier- und Menschenkämpfen, Theateraufführungen und Ähnlichem - die damals beliebten Seekampfspektakel aufzuführen.

Seine Blütezeit erlebte das Theater während der römischen Kaiserzeit, später wurde es nicht mehr genutzt und verfiel zunehmend. 1866 wurde es gesäubert und renoviert, dazu kamen Anbauten wie Gänge und Sitzreihen aus Holz, um die archäologische Stätte auch heute noch als Veranstaltungsort nutzen zu können. Im Sommer finden regelmäßig Konzerte, Festivals und Musicalaufführungen vor dieser fantastischen Kulisse statt.


Die Türme Torre dell'Elefante und Torre di San Pacrazio sind Teil der pisanischen Befestigungsanlage aus den Anfangsjahren des 14. Jhdt., Werke des berühmten Architekten Giovanni Capula.
Unter den Spaniern fungierten die Türme als Gefängnisse, die Freiflächen davor angeblich als Hinrichtungsplätze. 1999 erfolgte eine Renovierung, seitdem dienen sie als Aussichtstürme. Der Name 'Elefantenturm' leitet sich übrigens von dem kleinen Marmorelefanten links neben dem Tor ab. Warum und seit wann dieser dort steht, ist allerdings nicht geklärt. Der Torre San Pancrazio hingegen hat seinen Namen von einer kleinen Kirche in der Nähe des Turmes.


Die Bastione San Remy, ein architektonisch aufwendiges Bollwerk mit hoch aufragendem Portal, ist eine Aussichtsterrasse und Treffpunkt der Cagliaritaner. Der bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebte Platz im klassizistischen Stil wurde 1901 auf die alte Bastion aus piemontesischer Zeit als Aussichtsterrasse und Treffpunkt für die städtische Bevölkerung gebaut.


Die Kirche San Michele im historischen Viertel Stampace, die Fassade ist mit Elementen aus dem spanischen Barock verziert. Das Innere der Kirche besteht aus kostbarem Marmor, vergoldeten Holzschnitzereien und Stuck aus dem 18. Jhdt.


Das Rathaus von Cagliari, Palazzo Civico steht an der Via Roma, vis a vis vom Hafen. 1899 bis 1907 aus weißem Marmor im neogotisch-katalanischem Stil errichtet, 2 hohe oktogonale Türme bewachen das Eingangsportal.


Palazzo Viceregio (Vizeköniglicher Palast), der frühere Sitz der spanischen und piemontesischen Vizekönige.


Palazzo di Citta, ein niedriger, rötlich-gelber Palazzo. Bis 1906 war hier das Rathaus von Cagliari untergebracht.


Der Mercato San Benedetto, auf etwa 4000 qm reihen sich 238 Marktstände aneinander. Obst und Gemüse, ob frisch, getrocknet, eingelegt, aufeinander gestapelte Laiber von verschiedensten Käsearten, unzählige sardische Brotsorten, Pferde-, Geflügel- oder Rindfleisch, Salsiccia (pikant gewürzte Wurst), Spanferkel und gefüllte Innereien, ein Augenschmaus.


Im Zuge der City Tour (10 Euro pro Person) kommen wir bei Il Poetto vorbei, einem der längsten und schönsten Strände des Mittelmeers, etwa 5 km von Cagliaris Zentrum entfernt. Weiters an den Salinen und dem Parco Molentargius (Lagunensee), an dem man immer wieder eine große Anzahl von Flamingos beobachten kann. Wir sehen die Basilika Nostra Signora di Bonaria mit ihrer imposanten Barockfassade, Wallfahrtskirche. Vom Bonaria Hügel hat man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und den Golfo degli Angeli.

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