home      Wagner's Reisen: INDIEN 2010      zur Bildergallerie
Eine Indien-Reise fängt mit dem Visum an.

Donnerstag, 21. 1. 2010 wir fahren zur Zweigstelle der Indischen Botschaft (The Consular Wing Embassy of India (Annex building), Opernring 1, Stiege E (4 th Floor) 1010 Wien. Kommen um 10.15 Uhr dort an, zu dieser Zeit gibt es keine Nummernausgabe mehr, wenn man nicht um 9.30 Uhr oder noch früher hier ist, no chance.
Also am 22. 1. das selbe nochmal, diesmal kommen wir schlauen Füchse schon um 8:50 Uhr hin, wir steigen aus dem Aufzug und .... siehe da ca. 70 Andere waren genauso schlau.
Jetzt heißt es warten und hoffen doch heute noch dran zu kommen. 9:33 Uhr - los geht's, die Kolonne schiebt sich vorwärts, wir bekommen die Nr. 75 und 76, die Leuchttafel zeigt die 21. Alle sind aufgeregt, keiner weiß, wie oder wo man sich anstellen muss, Fotos müssen auf den Antrag geklebt werden, die Einen sagen man braucht 2 Fotos, die Andern sagen, man muss die 50 Euro Visumgebühr per Bank überweisen, es ist laut und hektisch. Ein Pärchen neben uns hat die 23/24, hoch erfreut starten die Beiden zum Schalter, nein, sie kommen nocht nicht dran, denn sie haben die Nr (5)23/24. Jetzt erst sehen wir, dass auf unseren Nummern (4)75/76 draufsteht. Dann wird es dem "Beamten" zu viel, und er erklärt ziemlich murmelnd auf Englisch wie es laufen soll, keiner versteht wirklich was.

Also: Man muss auf alle Fälle vor 9 Uhr hier sein, um überhaupt eine Nummer zu bekommen, es werden nur 120 Nummern ausgegeben, auf das ausgefüllte Formular ein Passfoto aufkleben und warten. Um 10.40 Uhr waren wir an der Reihe, innerhalb 5 Minuten ist die ganze G'schicht erledigt. Dann erhält man eine Bestätigung mit dem Datum der Abholung, in unserem Fall ist dies der 29. 1.2010.

Indisches Visum Ja, wir waren punkt 17 Uhr dort (Abholung zwischen 17.00 Uhr und 17.30 Uhr) und mit uns ca. 200 Andere. Dort scheint es immer chaotisch zu zugehen, vielleicht ist das ja schon ein kleiner Vorgeschmack um sich an die Zustände in Indien zu gewöhnen. Mit Verspätung werden wir eingelassen und wieder das gleiche Spiel - Hektik greift um sich. Pässe werden nicht oder nicht sofort gefunden. Leute werden gebeten Platz zu nehmen, Andere drängen wieder vor. Irgendwann kommen wir dann doch an die Reihe, der Mann am Schalter spricht sogar Deutsch und dann haben wir das begehrte Stück Papier samt unserem Reisepass in Händen.

   Am 2.2.2010 bekommen wir von unserem Reiseveranstalter RETTER-Reisen, ein Schreiben mit den geänderten Flugzeiten, denn Austrian Airlines streicht einige Direktflüge, und so geht unser Rückflug über Frankfurt, na super!! Das bedeutet 1200 Flugkilometer mehr als beim Hinflug. Nicht nur Inder sind chaotisch!!

14.3.2010 11.30 Uhr-23.15 Uhr Wien-Delhi Flugnr. OS 033
30.3.2010 03.05 Uhr-06.50 Uhr Delhi-Frankfurt Flugnr. LH 761
30.3.2010 08.00 Uhr-09.30 Uhr Frankfurt-Wien Flugnr. OS 128 - nein doch nicht, nochmals eine Änderung -
30.3.2010 08.50 Uhr-10.10 Uhr Frankfurt-Wien Flugnr. LH 3530

   Wir wollen auch diesmal mit U-Bahn und Schnellbahn zum Flughafen fahren, sind pünktlichst um 8.40 Uhr in Wien-Mitte, aber der Zug zum Flughafen hat Verspätung, er kommt laut Ankündigung um 8.47 Uhr, nein - um 8.49 Uhr, ääh - um 9.03 Uhr, nein - doch nicht - um 9.05 Uhr, jetzt reichts, wir geben die Fahrkahrten zurück und fahren mit dem Taxi zum Flughafen um noch rechtzeitig um 9.30 Uhr mit unserer Reisegruppe zusammen zu treffen. Franz - unser Reiseleiter - wartet schon, unsere Reisegruppe besteht aus 18 Personen. Check-Inn und los gehts. Das AUA-Flugzeug bietet genug Platz, sehr guter Service, das Essen - zur Einstimmung schon Indisch, war sehr gut.
Kurz vor der Landung in Delhi kommt es dann zu einer erwähnenswerten Begebenheit. Damit wir Westler, die wir uns ja alles mögliche Gift impfen lassen, um nur ja nicht irgendeine Krankheit mangels in Indien herrschender Hygiene zu bekommen, keine Insekten nach Indien einschleppen, werden wir von der Crew mittels Spray desinfiziert. Wir kommen am Flughafen in Delhi um ca. 22.40 Uhr an und weiter gehts mit den Verspätungen, da keine Fluggastbrücke (finger-dock) frei ist, müssen wir warten, dann machen wir um 23.18 Uhr unsere erste Stadtrundfahrt ..... jedoch auf dem Flughafen Delhi und dürfen endlich nach 5552 Flugkilometer um 23.23 Uhr andocken. Außentemperatur 24 Grad.
Es dauert einige Zeit bis unser Bus kommt, wir lernen unseren indischen Reiseleiter Galser kennen, anschliessend Fahrt von Delhi nach Manesar, Gurgaon zum Hotel Heritage Village. Sehr schöne und gepflegte Anlage, wir verbringen hier nur eine Nacht, schade.

Unsere Rundreise führt uns hauptsächlich durch den Bundesstaat Rajasthan, wir kommen aber auch durch Haryana, Uttar Pradesh und das Unionsterritorium Delhi. Insgesamt fahren wir ca. 3200 km durch Indien.

Guten Morgen, Grüß Gott, Namaste, Ram Ram - so begrüßt uns unser Reiseleiter jeden Morgen. Namaste - Hinduistischer Gruß, der Ehrfurcht vor Gott ausdrückt. Dabei werden die Handflächen zusammengelegt und zur Stirn hochgeführt, wo die Fingerspitzen dann den als drittes Auge bezeichneten Punkt zwischen den Augenbrauen berühren. Dieser Gruß symbolisiert die Zusammenkunft der höheren und niederen Aspekte des eigenen Wesens.

MANDAWA

   Am 15.3. Abfahrt nach MANDAWA, schlechte Straßen in der Shekhawati-Region, Shekhawati heisst 'Garten des Shekha' - wir fahren durch viele kleine Dörfer, die alten Karawanenstraßen aus China und dem mittleren Osten führen direkt nach Mandawa, der Handel verhalf den Adeligen dieser Region zu Wohlstand und so entstanden viele reiche Handelshäuser. Diese sogenannten Havelis sind reich geschmückt und verziert, bei unserem Rundgang besichtigen wir einige dieser Havelis. Es sind mehrstöckige Wohnhäuser mit Innenhof und verzierten Türen und Fenstern. Einige von ihnen sind 'Doppelhäuser', der Innenhof war der Mittelpunkt, in dem sich das soziale Leben abspielte, die Schlaf- und Wohnräume sind ohne Fenster und kühl.
   Die Wandmalereien stellen die unterschiedlichsten Szenen dar: britisch gekleidete Menschen, Flugzeuge und Fahrräder, ein weiteres häufiges Motiv ist Krishna. Die meisten der Havelis sind unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Das letzte Haveli welches wir besichtigen ist renoviert, und die prachtvollen Fresken strahlen in kräftigen Farben. Die Außenwände, vorspringenden Balkone, Alkoven und überhängende obere Stockwerke der Havelis sind überreich mit Mustern und Bildern verziert.

   Wir wohnen im Hotel Desert Resort, einem ursprünglichen rajasthanischen Dorf nachempfunden, eine grüne Oase in der öden Wüstenlandschaft. Die kleinen Bungalows sind mit Ziegeln erbaut und mit Lehm verputzt, in unserem Schlafraum wächst ein Baum durchs Hausdach. Unser Abendessen in Buffetform unter Indiens Sternenhimmel war ausgezeichnet.

BIKANER

   So wie es gestern aufgehört hat, geht es heute weiter. Prognostiziert sind etwa 4 Stunden Fahrt über Schlaglöcher hinweg, an teilweise grünen Feldern vorbei, zwischen Kühen und Ziegen hindurch, Bussen ausweichend, kleine Rikschas und zu Fuß gehende Personen anhupend. Die Landschaft wird immer karger, wir nähern uns der Wüste. An vielen Dörfern und Tempeln und Kamelkarawanen vorbei. 

  Ankunft in BIKANER, wir wohnen im Hotel Gaj Kesri, es wurde einem indischen Palast nachempfunden. Entsprechend auch die Einrichtung (fast wie daheim). Das Hotel liegt etwas außerhalb von Bikaner, mitten in der Wüste. Das Gaj Kesri ist ein vegetarisches Hotel, da der Besitzer einer Glaubensrichtung angehört, die den Verzehr von Fleisch verbietet.

   In Bikaner sehen wir das Junagarh Fort, welches mit seinen kostbardekorierten Innenräumen zu den interessantesten Festungsbauten Rajasthans zählt. Wuchtig steht es mitten in der Stadt und ist mit den 37 Bastionen und Wallanlagen weithin sichtbar. Die weitläufige Festung wurde Ende des 16. Jhdts erbaut, mehrere Innenhöfe, reichlich verzierte Räumlichkeiten. Satihände, das sind die Handabdrücke der Witwen, die sich mit ihren Männern verbrennen ließen. Blattgold und Kristallglas, Spiegeleffekte, chinesische Tapeten und holländische Kacheln, Höhepunkte sind Karan Mahal (Audienzhalle), Chandra Mahal (Mondpalast) und Anup Mahal (Wolkenpalast) mit Gemälden und Miniaturen und Badal Mahal, das Regen- oder Wolkenzimmer. Das Museum besitzt eine seltene Sammlung diverser Gegenstände bis in die Neuzeit, Lieblingsstücke des Maharadschas, u.a. ein Sportflugzeug. Zur mittleren Halle erzählt uns unser Guide eine nette Episode. Zum Holi Fest (das Fest der Farben, welches im März jeden Jahres zelebriert wird) setzt sich der Maharadscha auf seinen weißen Thron und wird mit dem gefärbten Wasser aus dem den Thron umgebenden Becken von seinen Untertanen bespritzt. Ein humorvoller und volksnaher Fürst.

   Eine Reise durch Rajasthan ist nicht komplett, ohne den Rattentempel (Karni-Mata-Tempel) 30 km entfernt in Deshnoke gesehen zu haben, wo 1000e von Ratten von den Besuchern mit mitgebrachten Speisen und Getränken umsorgt werden.

   Die Sage erzählt, daß diese Ratten Inkarnationen verstorbener Volksdichter seien, die bei einer Wiedergeburt wieder zu Menschen würden.

   Wie in hinduistischen Tempeln üblich, müssen die Besucher vor dem Betreten ihre Schuhe ausziehen. Wenn man den Ratten hier so zuschaut, hat man wirklich den Eindruck, daß es den Viecherln wirklich gut geht, sie werden mit Reis, Bananen, Milch oder Joghurt gefüttert. Läuft einem eine Ratte über die Füße, bedeutet das Glück 'gehabt', nein danke.

JAISALMER

   Auf der Fahrt nach JAISALMER machen wir Halt bei einem Dorf, gegenseitiges Beschnuppern (Im Übrigen haben wir Inder als sehr freundlich und aufgeschlossen erlebt) und wir sehen die großen Rizinus-Plantagen.

   Wir wohnen im Hotel Himmat Garh Palace. Das Hotel ist aus dem gleichen gelben Sandstein gebaut wie die Festung von Jaisalmer, traumhafter Blick vom Pool zur Festung. Und zu den Bada Bagh: Chhatris, pavillonartige, von einer Kuppel gekrönte Bauelemente (Friedhof). Leider stinkt es fürchterlich in den Zimmern, dann bemerken wir die Mottenkugeln im Abfluß der Dusche, ein bißchen Parfum und die Lüftung bringen dann doch noch ein Wohlgefühl. Das extra beim Abendessen für uns zubereitete 'spicy lamb' war ausgezeichnet.

   Jaisalmer wird auch häufig als die 'goldene Stadt' bezeichnet, inmitten der Wüste Thar gelegen. Bei unserer Besichtigung werden wir von weiteren Guides 'bewacht'. Von Anfang an war es Knotenpunkt der Kamelkaravanen zwischen Indien und Zentralasien. Das Fort muß man gesehen haben - es beherbergt eine kleine Stadt mit allerlei Palästen, Tempeln und einigen Havelis. Im weichen und damit leicht zu bearbeitenden Sandstein Jaisalmers haben die muslimischen Handwerker wahre Wunderwerke filigraner Baukunst hervorgebracht, man könnte fast meinen, daß es sich um Holzschnitzereien handelt. Der Besuch des Forts beginnt bei den großen Wehrtürmen am Rand der Altstadt, alles ist natürlich auf das Geschäft mit den Besuchern ausgelegt.

   Von der Festung hat man einen guten Blick zum Umad Bhawan, ein riesiger Maharadscha-Bau im indo-saraszenischen Stil, heute noch Wohnsitz des Maharadschas von Jodhpur.

   Wir besuchen den Chandraprabhu Jain Tempel, wo wir erstmals auch das Innere des Tempels, das Heiligtum (Statue von Mahavaira aus weißem Marmor) fotografieren dürfen. In der Regel sind es immer 4 (in jede Himmelsrichtung) dieser sitzenden Figuren mit den großen Augen und dem freundlichen Gesicht.

   Aja, fast hätten wir vergessen euch von den Kühen zu erzählen. In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Für die meisten Hindus ist die Kuh unantastbar, überall in den Gassen ist sie zu finden. Sie liefert nicht nur Nahrung (Ghee - Butterschmalz) und Bekleidung, sondern auch wertvollen Dünger, Medizin und Arbeitskraft. Noch heute ist sie für viele arme Bauern in Indien das einzige Zugtier und damit die Stütze der Landwirtschaft. Für Millionen in Städten und Dörfern ist ihr Dung das wichtigste Heizmaterial für das tägliche Kochen, zum Bau der Häuser ist er unerlässlich. Viele Bauern lassen ihre Kühe frei laufen, damit sie sich von Abfällen selbst ernähren, wodurch sie auch für das Gemeinwesen einen wichtigen Zweck erfüllen. Unser Reiseleiter Galser sagt: Das erste Stück Brot ist für die Kuh, das Letzte für den Hund.

   Heute ist die Stadt hauptsächlich von militärischer Bedeutung. Im Umland sind sehr viele Soldaten stationiert, wegen der nahen Grenze zu Pakistan.

Wüste KHURI SAM und Lake GADISAR

   Die Thar (auch Tharr oder Große Indische Wüste) ist ein Wüsten- und Halbwüstengebiet in Vorderindien im Gebiet von Rajasthan. Es handelt sich zur Hälfte um eine Sandwüste, ebenfalls mit typischen Dünen.

  Wir fahren nach KHURI/SAM und dürfen wieder mal auf Kamelen reiten, der Mann sitzt, um die Frau zu schützen hinter ihr. Es war wieder ein wackeliges Erlebnis und zum Schluß gabs dann landestypische Musik und einen schönen Sonnenuntergang. In der Umgebung gibt es zahlreiche Sanddünen und so stellt man sich vor, romantisch auf der Kuppe sitzend, alleine am Abend die Sonne zu betrachten.
So ist es nicht!! Alle Dünen sind sehr ausreichend besetzt.
  
   Im 14. Jhdt wurde der künstliche See mit Namen GADISAR angelegt. Jedes Jahr vor der Regenzeit wurde das Seebett und alle Zuflüsse gereinigt. Die Menschen hielten ihren See sauber. Er sollte das ganze Jahr Trinkwasser liefern. Sogar Waschen und Baden im See waren verboten. In den letzten Jahren hat der See Gadisar extrem leiden müssen. Die traditionellen Regenwassersammelsysteme sind zusammengebrochen. Der See trocknet von Jahr zu Jahr mehr aus.

   Weiters besuchen wir das Jaisalmer Folklore Museum von Herrn Sharma und sehen Frauen in bunten Saris beim Gangaur Festival. Ein Fest zu Ehren der Göttin Parvati, der Gemahlin Shivas. An diesem Tag beten die jungen Mädchen zu Gauri (Shiva) um gute Ehemänner.

OSIAN

Früh morgens gehts weiter, die Straße zwischen Jodhpur und Osian säumen meist nur spärliches Akazien-, Mimosen- und Kameldorngestrüpp, ab und zu tauchen ein paar Lehmrundhütten auf.

Der kleine, einsame Ort Osian ist ein wichtiges Zentrum für die hinduistischen Pilger. Hier befinden sich Ruinen von 18 frühen Jain- und Hindu-Heiligtümern, die zwischen dem 8. und 12. Jhdt entstanden und noch sehr gut erhalten sind. In der Nähe von OSIAN machen wir Halt bei einem Wunscherfüllungstempel, (ist dem Affengott Hanuman gewidmet) ein Jain-Tempel mit vielen Heiligenstatuen und wundervollen Steinmetzarbeiten verziert. Im Vorhof steht ein Baum, der mit roten Tüchern behangen ist, die dem Spender Glück bringen sollen.
   
Unsere nächste Besichtigung im brahmanischen Tempel Sachiya Mata , auch Tempel der 9 Gottheiten genannt, bringt uns die Hochzeitszeremonie in Indien näher. Eine breite, von Toranabögen überspannte Treppe führt hinauf. Der Tempel ist der Göttin Duraga geweiht.

JODHPUR

   Wir fahren nach JODHPUR (die blaue Stadt). Sie wurde 1485 von Rao Jodha (einem Rajputenführer), dessen Namen sie trägt, gegründet und ist von einer 10 km langen Stadtmauer mit 8 Stadttoren umgeben. Wir besichtigen die Meherangarh Festung, die auch 'Zitadelle der Sonne' genannt wird und auf einem 125 Meter hohen Hügel über der Stadt thront. Sie wird zu Recht als prachtvollste aller Festungen Rajasthans bezeichnet. Durch das Eisentor gelangen wir in die stattliche Anlage, wo wir neben zahlreichen Palästen auch das Königliche Museum inklusive Schatzkammer besichtigen.
   Wir besuchen das Marmor Mausoleum Jaswant Thanda, wo der einst populäre Herrscher Jaswant Singh II beigesetzt wurde. Der Weg führt uns an kleinen Chhatris (Grabkuppelbauten) vorbei bis zu den Treppen der Gedenkstätte. Schon von hier hat man einen herrlichen Rundumblick auf die Stadt sowie dem unübersehbaren Mehrangarh Fort.

   Wir wohnen im Hotel Ranbanka, wir logieren in diesem Hotel nur eine Nacht. Unser Zimmer ist in der unteren Etage mit direktem Zugang zum Garten.
    Der Pool ist sehr schön gelegen und sauber. Für das Abendessen waren im Garten Tische gedeckt, mit kleiner Folkloreveranstaltung zur Unterhaltung.

   Von nun an werden wir jede Gelegenheit nützen um schwimmen zu gehen, als Ausgleichssport zum langen Busfahren.

RANAKPUR

   Weiterfahrt nach RANAKPUR - wir besuchen im Aravalli Tal den Adinatha-Tempel, der wegen seiner prachtvollen, herabhängenden Decke sehenswert ist, die von 1444 unterschiedlichen Säulen gestützt wird, der dreistöckige Tempel ist aufwendig ausgestattet und es wurde amber-farbener Asrasana-Marmor verwendet.

    Wie in allen Tempeln muß man auch hier die Schuhe ausziehen, Wasser mitnehmen verboten, und Leder ist auch verboten, strenge Bekleidungsvorschriften, Er(nst), Andrea und Anette bekommen lange Hosen bzw. ein langes Kleid. Das Heiligtum entstand in über 60jähriger Bauzeit im 15. Jh.; dem zentralen Schrein mit dem viergesichtigen (Chaumukha - darf man nicht fotografieren) Marmorkultbild sind in jeder Himmelsrichtung drei Mandapas (Pavillon) vorgesetzt, das Vestibül, die Tanzhalle und die Eingangshalle.

   Eine Fülle von Figuren und Ornamenten überzieht die gesamte Anlage, die aus mehreren Tempeln besteht.

   Weiters sehen wir den Parshvanatha-Tempel - auffällig sind hier ungewöhnlich erotische Darstellungen von Skulpturen an den Außenwänden.
Wie das Heiligtum von Ranakpur weist er vier Tanzhallen und ein Sanktuarium mit vier Eingängen auf und gehört damit zum Typus eines Chaumukhabaus. Im Gegensatz zu Ranakpur sind die Mandapas hier aber noch nicht durch Eckschreine zu einem geschlossenen Quadrat verbunden, zur Dekoration gehören einige schöne Wächterfiguren aus grauem Sandstein.

UDAIPUR

   Unsere Tour bringt uns nach UDAIPUR, wo wir im Rajputana Resort 2 Nächte verbringen. Wir fahren zum Pichola See und besichtigen den Stadtpalast. Hauptattraktion sind die in und am See liegenden Paläste, die zum Teil noch heute dem Maharana Arvid Singh als Residenz dienen, dem amtierenden Oberhaupt des Hauses Mewar. Durch das wehrhafte Hathi Pol (Elefantentor) und über eine Treppe gelangt man zum Chandra Mahal, in dem sich die Privatgemächer befanden. Stufen führen hinab zum Surya Chopar, einen Thronraum mit dem großen Sonnenemblem, dem Wahrzeichen des Hauses Mewar. Und es bietet sich die Möglichkeit zu einem kurzen Besuch des sogenannten Queen Palace, bestehend aus einem großen rechteckigen Hof und ihn umschließende Zimmerfluchten, in denen vor allem Miniaturmalereien und Porträts britischer Kolonialoffiziere zu sehen sind.

   Udaipur ist wirklich anders als alle anderen Städte in Rajasthan die wir besucht haben. Waren diese trocken und eher staubig, so gibt es hier genügend Wasser durch zahlreiche künstlich angelegte Seen. Dem entsprechend ist auch die Vegetation in der Stadt sehr üppig und auf jeden Fall einen Besuch wert sind die Sahelion Ki Bari. Der Name bedeutet übersetzt 'Garten der Ehrenjungfern'. Im umliegenden Garten mit Rasenflächen blühen üppige Bougainvillea und Streifenhörnchen laufen geschickt die Bäume hinauf und hinunter.

   Der Picholasee wurde im 15. Jhdt künstlich angelegt. Der Palast Jag Niwas, erbaut 1746, scheint im See zu schweben. Wir machen eine Bootstour und fahren zum Wasserpalast Jag Mandir, der etwa 100 Jahre früher unter Karan Singh begonnen und von Jagat Singh. I. fertiggestellt worden war. Bei unserer Rückkehr haben wir das Glück das Rama Navami-Fest miterleben zu dürfen. Ramas Geburtstag, Rama Navami, wird am neunten Tag der hellen Monatshälfte, 8 Tage nach Yugadi gefeiert. Das Fest gedenkt der Geburt von Rama, Sohn des Königs Dasharatha von Ayodhya. Und danach erleben wir einen supertollen Sonnenuntergang.

   Hier in Udaipur haben wir auch die Möglichkeit uns die Technik der Miniaturmalerei anzusehen. Ein Mann zeigt uns als erstes diverse Rohmaterialien, die Naturfarben und Halbedel- und Edelsteine. Blau zum Beispiel entsteht aus Lapislazuli. Farben und Perspektive spielen bei der Miniaturmalerei eine besondere Rolle. Er zeigte uns auch die hauchdünnen Pinsel, mit denen in winzigen Bewegungen das vorgezeichnete Bild ausgefüllt wird. Es wurde uns gesagt, dass diese Pinsel aus den Haaren lebendiger Streifenhörnchen gemacht sind.

   Später spazieren wir in kleinen Gruppen durch Udaipur, an vielen kleinen Geschäften vorbei, überall wird gehupt, jeder will etwas verkaufen, anschließend fahren wir mit dem Tuk-Tuk für 100 Rupien zurück zum Hotel.

CHITTORGARH

   Unsere Fahrt bringt uns über Bergstrassen nach CHITTORGARH mit seiner kolossalen mittelalterlichen Festung- Chittorgarh Fort. Ein Ort voller Heldensagen und Legenden. Wir fahren mit dem Tuk-Tuk. Es geht über Serpentinen durch 7 mächtige Tore, die einst sicherlich die stärksten Gegner abhalten konnten.
Es ist ein atemberaubender Ort, abgelegen von all dem Chaos Indiens.

   Die massive Bastion ist ein Symbol für den Triumph der Rajputen Dynastie über den muslimischen Sultan. Dreimal wurde das Fort erobert, dreimal starb fast die gesamte Population, die Männer auf dem Schlachtfeld in den gelben Roben der Märtyrer, die Frauen auf dem selbstentfachten Scheiterhaufen. Sie begangen den Jauhar, den kollektiven Selbstmord, der der feindlichen Gefangenschaft vorzuziehen war.

Dementsprechend prächtig fiel auch der Siegesturm Jaya Stambha aus, errichtet im 12 Jhdt, ringsum mit Figuren bedeckt, auf einer engen Treppe kann das 22 m hohe siebenstöckige Denkmal bestiegen werden.

    Weiters sehen wir den mit vielen kleinen Affen besetzten Samiddhesvara-Tempel mit der Siva Trimurti-Figur. Von den Palastruinen am eindrucksvollsten ist der Palast der Rani Padmini, am Ufer eines Teiches, der Pavillion in seiner Mitte gilt als ihr Lieblingsaufenthaltsort. Auch die Liebesgeschichte der Rani Padmini wird gern erzält in die sich ein Herrscher verliebt hat und, als er verschmäht wurde, die Burg belagerte.

PUSHKAR und AJMER

   Wir kommen in PUSHKAR im Hotel Jagat Singh Palace an. Einchecken und schon treffen wir Andrea zum Schwimmen, aah - herrlich. Dies war ein ausgezeichnetes Hotel der Heritage-Klasse. Man konnte im ganzen Haus die englische Kolonialzeit erspüren. Und besonders eindrucksvoll war das große Himmelbett im stilgerecht eingerichtetem Zimmer. Besonderheiten dieses Hotels - Vegetarisches Essen, sowie kein Alkohol.

   Die malerisch zwischen Hügeln und Dünen gelegenen Pushkar-Seen sind zweifellos eine der faszinierendsten religiösen Stätten Indiens. Die Götter selbst haben diesen Platz geheiligt. Vor allem der größte See, Jayeshta-Pushkar, besitzt seither für die Hindus herausragende religiöse Bedeutung. Der Brahma-Tempel von Pushkar gilt als einer der heiligsten Hindutempel, weil hier der einzige Ort auf Erden sein soll, wo sich Brahma manifestiert hat..

   Weiters besuchen wir die muslimische Stadt AJMER, besondere Bedeutung hat Ajmer als heiliger Ort der Muslimen, da sich hier das Grab von Khwaja Muin-ud-din Chishti, einem als heilig verehrten Sufi, befindet. Wir fahren mit der Pferdekutsche, um den Tempel betreten zu dürfen, muß man die Schuhe ausziehen, man darf nicht fotografieren, es ist laut, hektisch, schmutzig, viele Bettler. Sehr bald verlassen wir Dargat - den muslimischen Tempel in Ajmer. Und sind froh kurz darauf mit der Pferdekutsche zu unserem Bus zurück zu fahren.

JAIPUR

   Wir fahren nach JAIPUR, Heimatstadt unseres Reiseleiters.Wir wohnen im Mandawa Haveli, es wurde im Jahr 1896 von Thakur Bhagwat Singhji, dem 15. Herrscher von Mandawa aus der Region Shekhawati als Stadthaus erbaut. Das Gebäude ist sehr hell, weitläufig und etwas verschachtelt wie so viele alte Gebäude dieser Art. Es gibt einen Swimmingpool und eine kleine gemütliche Gartenanlage. Vom Hotel aus sind es nur wenige 100 m bis zum Tor der Altstadt, die sich gut zu Fuß erkunden lässt.

   Jaipur wurde erst zu Beginn des 17.Jh. von Maharadscha Jai Singh II als Festungsstadt mit breiten, schachbrettartig verlaufenden Straßen angelegt. Wegen der rosa-roten Farbe der Häuser, die im Abendsonnenschein warm rosa erscheinen, wird dieses architektonische Kleinod auch Pink City genannt.

   Die rosarote Stadt. Den Anstrich erhielt sie 1853 in Vorbereitung auf den Besuch von Prinz Albert von England, dem Ehemann der britischen Königin Victoria. Rosarot ist Rajasthans traditionelle Farbe der Gastlichkeit.

   Das berühmteste Wahrzeichen von Jaipur ist der sich nach oben verjüngende Hawa Mahal - der Palast der Winde, erbaut 1799. Eigentlich ist dieser Palast nur eine Fassade mit einer Vielzahl von Fensteröffnungen. Diese auffällige Konstruktion diente den zahlreichen Damen des Hofes, die sich nicht unter das einfache Volk begeben durften, als Beobachtungsposten vor allem bei den beliebten Prozessionen. So sah, hörte und roch man alles von der Straße, konnte aber aufgrund der abdunkelnden Bauweise von außen nicht bemerkt werden. Ihren Namen erhielt die Schaufassade wegen der raffinierten Luftzirkulation, die stets eine frische Brise durch die Räume ziehen ließ.

   Wir besuchen eine Textilfabrik und später auch eine Edelsteinschleiferei.

AMBER

AMBER, das ca. 10 km nördlich von Jaipur liegt, war 7 Jhdte lang die Hauptstadt der Kachchwaha-Fürsten. Wir fahren mit dem Jeep zum Fort.

   Tausende von Blumenornamenten schmücken das Ganesha-Portal, durch dessen Gitter die wartenden Frauen des Maharajas Rosenblätter zu Füßen ihres Liebsten herab warfen. Im ältesten Teil der Anlage befinden sich die 12 getrennten Wohnungen für die 12 Frauen des Maharajas. Das gesamte obere Stockwerk war dem Maharaja vorbehalten. Um Zwist unter den Frauen zu vermeiden, führten von hier 12 versteckte Treppen in die einzelnen Wohnungen. So wusste keine der Frauen, welche gerade in der Gunst des Maharajas stand. An jeder Seite des Vierecks brachte er 3 Wohnungen an und erreichte so, dass sich die Frauen nur am Gemeinschaftsplatz gegenseitig sahen. Wir bahnen uns unseren Weg durch schmale Gänge, versteckte Innenhöfe und vorbei an so manchem verzierten Erker und kommen dann zur 'Halle der Freuden'. Den Höhepunkt des Rundganges bildet Shish Mahal, der Spiegelsaal. Über und über sind diese Räume an Wänden und Decke mit Ornamenten aus blinkenden Spiegelstückchen verziert. Wieder beim Jeep eingetroffen, stellen wir fest - Franz fehlt. Galser hat lange Zeit nach ihm gesucht, dann sind wir zum Bus zurückgefahren und siehe da - Franz ist wohlauf.

   Unser Rückweg nach Jaipur führt uns am Jal Mahal, dem Wasserschloss von Jaipur vorbei. Wir legen einen kurzen Fotostopp ein - aber wirklich nur kurz, denn hier wimmelts nur so von Bettlern und Händlern.

   Das Observatorium 'Jantar Mantar' des Hobbyastronomen Jai Singh II. besteht aus mit gelblichem Gips überzogenen Dreiecken, Kreisen und Säulen aus Ziegelstein im südlichen Hof des Palastkomplexes. Zwischen 1728 und 1734 wurden insgesamt 18 Instrumente errichtet. Mit ihnen lassen sich die Position und Bewegung von Sternen und Planeten bestimmen, die Zeit ablesen und sogar Voraussagen über die Intensität des Monsuns treffen und Horoskope bestimmen. Auch heute sind Horoskope für Inder noch sehr wichtig. Für Hochzeit, Geburt so wie jedes wichtige Ereignis, muss ein Sternkundiger ein Horoskop vorausberechnen.

   Ein Teil des Stadtpalastes wird auch heute noch von der Familie des Maharajas bewohnt und ist daher für die Öffentlichkeit gesperrt.
   Für die Öffentlichkeit zugänglich ist der im Jahre 1890 gebaute prächtige Stadtpalast als 'Sawai Man Singh Museum'.

   Um weithin sichtbar allen Bewohner anzuzeigen, ob der Maharadschaa anwesend ist, gibt es die 2 Fahnen-Anzeige. Sind beide Fahnen (große und kleine) sichtbar, bedeutet dies die Anwesenheit des Maharadschas. Highlight der Palastanlage ist der Pfauenhof mit den 4 berühmten Portalen: Lotos-, Pfauen-, Wellen- und Sonnen-Tor. Eines schöner als das Andere.

   Nachmittags haben wir freien Ausgang, Elisabeth, Josef, Rainer und Er(nst) und (Usch)I spazieren durch Jaipur, und siehe da - eine kleine Gruppe wird definitv weniger von Händlern und Bettlern belästigt, ganz entspannt genießen wir unseren Ausgang und haben so die Möglichkeit einen Hochzeitsumzug oder Baraat zu sehen. Für diese Feierlichkeit wird für den Hochzeitstag eine sehr laute und oft etwas falschspielende Band angeheuert. Der mit Girlanden geschmückte Bräutigam soll auf einem Pferd von seinem Haus zur Braut reiten. Ein indischer Baraat ist eine schweißtreibende und ohrenbetäubende Geschichte, die aber unheimlich viel Spaß macht und auf keinen Fall verpasst werden sollte.

   Es wird allgemein gescherzt, dass die Scheidungsrate in Indien deshalb eine der niedrigsten der Welt sei, weil sich niemand dieser langen Hochzeitszeremonie freiwillig noch einmal aussetzen möge.

   Morgens zeitig aufstehen, ganz wie die Maharadschas des 16. Jhdts werden auch wir den steilen Anstieg zum Palast auf dem Rücken eines Elefanten erleben. Zuvor ist noch ein wenig Anstellen notwendig. Touristen aller Nationen freuen sich auf den Ritt und warten geduldig, während sie versuchen, sich die Straßenhändler fernzuhalten. Doch wir ergattern ein Schnäppchen - eine xD-card um 14 Euro, zuhause in Wien kostet sie 19 Euro. Wir schaukeln in gemächlichem Tempo nach oben. Dazwischen rufen Fotografen und Händler. Beispiele gefällig? 'Remeber me, I'm Toni from Amber Fort', 'Alles billiger' aber auch der 'Hey' und der 'Hello' sind hier noch nicht ausgestorben.

   Wie man es sich im Märchen vorstellt. Daß die Männer riesige Turbane tragen, die Frauen in bunte Saris gekleidet und hinter Schleiern versteckt sind, Esel und Kamele die schweren Lasten über unbefestigte Straßen ziehen - das alles versteht sich irgendwie, irgendwann wie von selbst. Willkommen im orientalischen Mittelalter.

RANTHAMBORE National Park

   Weiterfahrt zum RANTHAMBORE National Park, hier leben viele Arten von Großkatzen, darunter Wüstenluchse, Dschungelkatzen, Rostkatzen und Leoparden. Am eindrucksvollsten aus ihrer Reihe ist der bengalische Tiger. Angeblich leben immer noch um die 30 Exemplare im Park. Unter den Huftieren findet man Nilgauantilopen, indische Gazellen und Chitals. Die Safaris starten zweimal täglich, einmal kurz nach dem Sonnenaufgang und dann noch mal kurz vor dem Sonnenuntergang.

  Von Sawai Madhopur aus werden wir uns 3 mal auf die Suche nach Tigern begeben, doch leider haben wir kein Glück.
Der Ranthambore National Park ist nahezu 400 qkm groß. Trotzdem war es ein Erlebnis - Krokodile, Antilopen, Mungos, rotzfreche Afferln und und und....

    Unsere Bandscheiben und Halsmuskeln sind dauernd am Ausgleichen und auch der restliche Körper schwingt im Takt der Schlaglöcher pendelnd mit. Gott sei Dank gibt es auch im Hotel 'The Pugmark' einen Swimmingpool, denn wir auch sehr gerne nutzen.

FATEHPUR SIKRI

FATEHPUR SIKRI - Eine alte Legende berichtet von der Entstehung der 'Stadt des Sieges' in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: der kinderlose Großmogul Akbar betete in der Klause des berühmten Eremiten Salim Chisti um die Geburt eines Sohnes. Der Heilige prophezeite ihm drei Söhne. Als tatsächlich wenig später ein gesundes Kind geboren wurde, errichtete Akbar am Wohnsitz des Eremiten aus Dankbarkeit eine ganze Stadt.

   Der Hauptpalast und der Hofkomplex sind dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten britischer Archäologen größtenteils erhalten. Die im Palastkomplex gelegene 'Diwan-i-Am' (Audienzhalle), von Bogengängen und kunstvollen, mit Halbedelsteinen verzierten Jali-Gittern umgeben, stand im Mittelpunkt der wichtigsten Feierlichkeiten.
   In der Nordwestecke öffnet sich ein schlichter Torbogen auf einen zweiten Hof, wo sich die private Audienzhalle 'Diwan-i-Khas' befindet. Der 'Panch Mahal' oder fünfstöckiger Palast, eines der berühmtesten Bauwerke Fatehpur Sikris, verengt sich zu einer einzigen Turmkammer hin und wird von 176 verschiedenen Säulen getragen. Das Erdgeschoss besteht aus 84 Pfeilern, eine bedeutungsvolle Zahl in der Hindu-Astrologie. Der 'Palast der Jodhbai', der Hauptharem, beherrscht den Haremskomplex. Er weist eine architektonische Mischung aus traditionellen hinduistischen und muslimischen Elementen sowie das elegante, für Fatehpur Sikri charakteristische Tulpenmuster auf.

AGRA

   Auf der Fahrt nach AGRA, erleben wir indisches Alltagsleben pur, 6-reihige Mähdrescher oder eine Wasserbüffelherde mitten durch die Ortschaft.
   Wir wohnen im Hotel Mansingh Palace. Früh morgens geht es los - das wohl schönste Erlebnis der Rundreise - TAJ MAHAL - bei Sonnenaufgang. Der 'Kronen-Palast' - Devanagari ist ein 58 m hohes und 56 m breites Mausoleum (Grabmoschee) auf einer 100 m mal 100 m großen Marmorplattform. Der Großmogul Shah Jahan ließ ihn zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbene Hauptfrau Mumtaz Mahal erbauen. In der Mitte des Mausoleums steht Mumtaz Grabmal, etwas links versetzt das von Shahjahan. Die sterblichen Überreste, befinden sich in Sarkophagen in einer Krypta unterhalb des Raumes. Eine weit verbreitete Legende besagt, daß ursprünglich noch ein Mausoleum aus schwarzem Marmor für Shah Jahan auf der anderen Seite des Flusses Yamuna geplant war, es hat aber nie existiert. Das weiße Taj Mahal spiegelt sich in einem Wasserbecken und läßt es im Wasser schwarz erscheinen.

   Der Taj Mahal besteht aus Baumaterialien, die aus ganz Indien und Asien herangeschafft wurden. Über 1.000 Elefanten wurden zum Transport herangezogen, 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden in den Marmor eingefügt.

   Wegen eingegangener Bombendrohungen haben die indischen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Das Gelände des Taj Mahal kann nur noch durch Sicherheitsschleusen betreten werden. Die Mitnahme von Flüssigkeiten, Geld usw. ist Besuchern nicht mehr erlaubt. Das Baudenkmal wird von Soldaten rund um die Uhr bewacht. In seinem Umkreis wurde ein Flugverbot erlassen. Weiters sehen wir das Itmad-ud-daulah (das kleine Taj Mahal), das Mausoleum von Mirza Ghiyas Beg (der Großvater von Mumtaz Mahal).

   Agra Fort - Erbaut von Akbar im Jahr 1565, beherbergt es viele interessante Gebäude, wie das Jehangir Mahal und das Khas Mahal, das Sheesh Mahal mit seinen Spiegelarbeiten, Deewan-e-Am, wo der Herrscher seinen Untertanen Audienzen gewährte sowie die ganz in Marmor erbaute Moschee Moti Masjid. Die doppelten Mauern der Festungsanlage sind mehr als 20 Meter hoch und erstrecken sich über eine Länge von 2,5 Kilometern. Der Wassergraben um die Festung herum soll während der Zeit der militärischen Nutzung mit Krokodilen gefüllt gewesen sein. Wir betreten das Fort beim Amar Singh Gate, Öffnungszeit täglich zwischen sechs Uhr morgens und halb sechs Uhr abends.

   Weiters war es sehr interessant der Kunst der Einlegearbeiten zu zusehen.

   Hier in Agra waren die Nächte für uns sehr lang. Die erste Nacht wurden wir von einer verzweifelten Frau, deren Mann im Badezimmer gestürzt ist, aufgeweckt, während Er(nst) Erste Hilfe leistete versuchte (Usch)I bei der Rezeption Hilfe zu finden. Leider war Niemand zu finden, also wieder rauf ins Zimmer und unseren Reiseleiter anrufen und gleich wieder runter zur Rezeption, diesmal wurde ich fündig, es wurde ein Arzt gerufen. An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken, da wir ja schon früh morgens geweckt wurden, um unseren nächsten Besichtigungstag zu starten. Am nächsten Morgen mussten wir leider erfahren, dass der Mann verstorben ist.
   In der 2. Nacht Weckruf. Wir beide raus aus den Federn, waschen, anziehen, Koffer rausstellen, los gehts zum Frühstück. Am Weg zum Lift wunderten wir uns darüber wie ruhig es im Haus ist - na klar, es war erst 2.30 Uhr. Auch in dieser Nacht machten wir kein Auge zu. Ein angeblicher Computerfehler war schuld daran.
   Gott hat den Indern die Zeit gegeben und den Europäern die Uhr. Wie wahr, wie wahr!

DELHI

   Dann unsere letzte Etappe, die Fahrt nach DELHI. Zuerst durchs Industriegebiet, dann gehts von Baustelle zu Baustelle, (Die 19. Commonwealth Games sollen im Oktober 2010 stattfinden. Ausgetragen werden Wettbewerbe in 17 Sportarten. Als Demonstrationssportart steht das asiatische Fangspiel Kabaddi auf dem Programm.), Metro, Hochbahn, Brücken, Gehsteige usw. werden errichtet, ganze Stadtteile abgerissen.

   Wir sehen den Qutab Minar, den höchsten Steinturm Indiens, der um 1200 n. Chr. aus den Überresten von 27 älteren Tempeln erbaut wurde. Die Ruinen der frühesten Hofmoschee in Indien, die Quwwat-ul-Islam Moschee wurde von Qutb-ud-din Aybak erbaut, dem ersten Sultan von Delhi. Der Bau begann im Jahr 1190. Heute ist die Moschee leider nur noch eine Ruine, aber man sieht noch stehende Bögen mit reichen Verzierungen. Es gibt zahlreiche florale Ornamente und geometrische Reliefs. Weiters sehen wir den Iron Pillar (2000 Jahre alt) aus purem nichtrostendem Eisen. Die Säule hat eine Länge von 7,3 m, wovon sich ein Meter unter der Erde befindet, und wiegt mehr als 6 Tonnen. Sie wurde als Fahnenmast zu Ehren des hinduistischen Gottes Vishnu und zum Gedenken an Kaiser Candra Gupta II (375-413 n.Chr.) errichtet.

   Die Jama Masjid ('Freitagsmoschee'), in Delhi ist die größte Moschee Indiens und eine der größten der Erde und liegt mitten im Bazar-Viertel. Sie befindet sich auf einer neun Meter hohen Erhebung im Zentrum von Shahjahanabadin der Altstadt von Delhi. Die Jama Masjid erhebt sich an der Westseite eines ummauerten Hofes, der über von drei Seiten aufsteigende Freitreppen und drei doppelstöckige Torbauten zugänglich ist. Auf dem über 90 m langen Hof finden mehr als 20.000 Gläubige Platz. In seiner Mitte befindet sich ein Wasserbecken für die Reinigung vor dem Gebet. An den hohen mittigen Iwan schließen sich beiderseits je fünf Arkaden an, an deren Ende jeweils ein 40 m hohes Minarett aufragt. Jedes der beiden Minarette krönt ein zwölfseitiger, offener Pavillon. Drei weiße, mit senkrechten schwarzen Streifen versehene Zwiebelkuppeln, deren mittlere die größte ist, schließen die Moschee ab. Für den Bau wurde im Wesentlichen roter Sandstein verwendet. Die Fassade ist zum Teil mit weißem Marmor verkleidet, in den persische Inschriften eingelassen sind. Auch die Kuppeln bestehen aus weißem Marmor, die Streifen aus schwarzem Marmor. Die von 260 Säulen gesäumte Gebetshalle ist nach Mekka im Westen ausgerichtet. Wir müssen wiedermal die Schuhe ausziehen und die Frauen bekommen äußerst modische Kleider.

   Im Raj Ghat, das wie eine Parkanlage angelegt ist, sind die Größen der indischen Nation eingeäschert worden.

   Räumlich voneinander entfernt findet man folgende Gedenkstätten:
   Mahatma Ghandi - ermordet 1948
   Jawaharlal Nehru - gestorben 1964
   Sanjay Ghandi - gestorben 1980
   Indira Ghandi - ermordet 1984
   Rajiv Ghandi - ermordet 1991

    Dann machen wir eine Stadtrundfahrt in Neu-Delhi. Das India Gate, offiziell 'All India War Memorial', ist 1921 entworfen worden. Der 42 m hohe Bogen ähnelt dem Arc de Triomphe in Paris. Es erinnert an die 90.000 indischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg für Großbritannien ihr Leben ließen. Eingemeisselt sind die Namen von 3.000 indischen und britischen Soldaten vom Afghanistankrieg und auch die Toten im Krieg zwischen Indien und Pakistan im Jahre 1971 werden durch das Denkmal unter dem India Gate geehrt.

   Das Parlamentsgebäude, heute bekannt als 'Sansad Bhavan'. Das niedrige Rundgebäude bedeckt eine Grundfläche von mehr als 20.000 Quadratmeter. Das Sansad Bhavan präsentiert sich von außen als ein Kreis aus 144 Stützsäulen und einem darüber liegenden Stockwerk mit einer zentralen Kuppel.

   Zum Schluß sehen wir noch den Sikhtempel Gurudwara Bangla Sahib auf der Chandni Chowk in Old Delhi. Er ist an der Stelle erbaut, an der Mogul-Herrscher Aurangzeb 1675 den neunten Sikh-Guru Tegh Bahadur enthaupten ließ. Praktizierende Sikhs, vor allem männliche Religionsanhänger, erkennt man an einem kunstvoll gebundenen Turban, Kopfbedeckung samt ungeschnittenem Haar - eine Tradition. Als Ausdruck von Geschwisterlichkeit tragen Sikh-Männer den gemeinsamen Nachnamen Singh (Löwe). Ein Gurudwara ('Tor zum Guru) wird immer dort errichtet, wo die Anzahl der Sikhs es rechtfertigt, einen solchen zu bauen. In Gurudwaras beten die Sikh und halten Gebetsgesänge (Kirtan) ab. Musikanten mit Tablas und Harmonium spielen eine hypnotische Melodie, die sie auch mit Gesang begleiten. Gurudwaras stehen allen Menschen unabhängig von ihrer Konfession offen und jeder Mensch bekommt zu Essen. So weisen die vier Eingänge in die vier Himmelsrichtungen, um zu zeigen, dass die Sikhs allen Menschen offen gegenüberstehen und sie willkommen heißen in ihrem Tempel. Jeder, der ein Gurdwara betritt, ist zum Tragen einer Kopfbedeckung verpflichtet. Gurdwaras sind rund um die Uhr offen.
   Gesessen wird im Schneidersitz und auf dem Boden. Morgens, mittags und abends findet ein gemeinsames Mahl statt, das Langar. Es wird durch Spenden finanziert und von ehrenamtlich arbeitenden Sikhs selber zubereitet. Hauptbestandteile eines solchen Langars sind meistens die Linsensuppe Dal, die oft auch Speise der Armen ist und daher die Gleichheit aller Menschen betont, und Reis.
   Das in den letzten Strahlen der Abendsonne wie Gold schimmernde Gebäude liegt an einem großen Wasserbecken, auch heute kommen viele Pilger aus ganz Indien hierher, um von dem Wasser zu trinken, weil sie sich Linderung ihrer Erkrankungen erhoffen.

   Dann nehmen wir unser letztes Abendessen in Indien im 5 Sterne Gefrierschrank des Hotels ASHOK ein. Hier gibt es für unsere Reisegruppe 2 Zimmer, die wir alle nutzen um uns ein wenig frisch zu machen. Um 22.15 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht. Flug angenehm ruhig und so konnten wir doch ein wenig schlafen.
Ankunft in Wien 10.06 Uhr.

   Zum Schluß: Wir hatten viel Spaß mit unserer supertollen Reisegruppe.

UnserBusfahrer Trotz der rücksichtslosen Fahrweise aller am Straßenverkehr Beteiligten (LKW, Busse, Pkw, Fahrräder, Motorräder und der dreirädrigen Tuk-Tuk-Taxis) lief alles ohne Aggressionen ab.
Unser Busfahrer und sein Gehilfe haben gut für uns gesorgt und uns diese Rundreise 'sicher' erleben lassen. Vom indischen Reiseleiter Galser, sowie auch vom österreichischen Reiseleiter Franz fühlten wir uns gut betreut. Danke!

   Die Zeit in Indien war für uns ein 'Angriff auf alle Sinne'. Anfangs kommt man noch mit Allem klar. Wir haben die Vielfalt genossen. Zum Schluß wurde es aber immer anstrengender. Überall in Indien wird man vom gleichen Bild verfolgt: Menschen schlafen notdürftig eingerollt in Decken oft direkt an der Straße, Andere haben sich mit Plastikfolie einen Unterschlupf gebaut. Indien ist wunderschön, aber auch sehr fordernd.