Wagners Reisen: Indien 2010    Zu den BILDERN

JAISALMER

   Auf der Fahrt nach JAISALMER machen wir Halt bei einem Dorf, gegenseitiges Beschnuppern (Im Übrigen haben wir Inder als sehr freundlich und aufgeschlossen erlebt) und wir sehen die großen Rizinus-Plantagen.

   Wir wohnen im Hotel Himmat Garh Palace. Das Hotel ist aus dem gleichen gelben Sandstein gebaut wie die Festung von Jaisalmer, traumhafter Blick vom Pool zur Festung. Und zu den Bada Bagh: Chhatris, pavillonartige, von einer Kuppel gekrönte Bauelemente (Friedhof). Leider stinkt es fürchterlich in den Zimmern, dann bemerken wir die Mottenkugeln im Abfluß der Dusche, ein bißchen Parfum und die Lüftung bringen dann doch noch ein Wohlgefühl. Das extra beim Abendessen für uns zubereitete 'spicy lamb' war ausgezeichnet.

   Jaisalmer wird auch häufig als die 'goldene Stadt' bezeichnet, inmitten der Wüste Thar gelegen. Bei unserer Besichtigung werden wir von weiteren Guides 'bewacht'. Von Anfang an war es Knotenpunkt der Kamelkaravanen zwischen Indien und Zentralasien. Das Fort muß man gesehen haben - es beherbergt eine kleine Stadt mit allerlei Palästen, Tempeln und einigen Havelis. Im weichen und damit leicht zu bearbeitenden Sandstein Jaisalmers haben die muslimischen Handwerker wahre Wunderwerke filigraner Baukunst hervorgebracht, man könnte fast meinen, daß es sich um Holzschnitzereien handelt. Der Besuch des Forts beginnt bei den großen Wehrtürmen am Rand der Altstadt, alles ist natürlich auf das Geschäft mit den Besuchern ausgelegt.

   Von der Festung hat man einen guten Blick zum Umad Bhawan, ein riesiger Maharadscha-Bau im indo-saraszenischen Stil, heute noch Wohnsitz des Maharadschas von Jodhpur.

   Wir besuchen den Chandraprabhu Jain Tempel, wo wir erstmals auch das Innere des Tempels, das Heiligtum (Statue von Mahavaira aus weißem Marmor) fotografieren dürfen. In der Regel sind es immer 4 (in jede Himmelsrichtung) dieser sitzenden Figuren mit den großen Augen und dem freundlichen Gesicht.

   Aja, fast hätten wir vergessen euch von den Kühen zu erzählen. In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Für die meisten Hindus ist die Kuh unantastbar, überall in den Gassen ist sie zu finden. Sie liefert nicht nur Nahrung (Ghee - Butterschmalz) und Bekleidung, sondern auch wertvollen Dünger, Medizin und Arbeitskraft. Noch heute ist sie für viele arme Bauern in Indien das einzige Zugtier und damit die Stütze der Landwirtschaft. Für Millionen in Städten und Dörfern ist ihr Dung das wichtigste Heizmaterial für das tägliche Kochen, zum Bau der Häuser ist er unerlässlich. Viele Bauern lassen ihre Kühe frei laufen, damit sie sich von Abfällen selbst ernähren, wodurch sie auch für das Gemeinwesen einen wichtigen Zweck erfüllen. Unser Reiseleiter Galser sagt: Das erste Stück Brot ist für die Kuh, das Letzte für den Hund.

   Heute ist die Stadt hauptsächlich von militärischer Bedeutung. Im Umland sind sehr viele Soldaten stationiert, wegen der nahen Grenze zu Pakistan.